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Verein Naturnetz Züri-Oberland gegründet

15. Mai 2026
Mit der Gründungsversammlung am Montag 11. Mai 2026 in Wald ZH war es soweit - 10 politische Gemeinden und 8 weitere Kollektivmitglieder erklärten ihren Beitritt zum Verein Naturnetz Züri-Oberland.
Nach dem Vorbild vom Naturnetz Pfannenstil, das seit 1998 im Bezirk Meilen und angrenzenden Gemeinden erfolgreich ist, wird nun auch im Zürcher Oberland ein regionales Netzwerk aufgebaut, das sich zugunsten von Mensch, Natur & Landschaft engagiert.
Die Idee des Naturnetz Züri-Oberland wurde 2021 von der crea Natura GmbH lanciert. Dank Unterstützung verschiedener Organisationen und seit 2024 insbesondere von der Regionalplanung Zürcher Oberland (RZO), entwickelte sich die Initiative zu einer greifbaren Vision für die Region.
Nachdem die Gründung innerhalb der RZO aufgrund der fehlenden Einstimmigkeit aller 20 Mitgliedsgemeinden im Juni 2025 nicht begrüsst wurde, machte sich die Arbeitsgruppe Naturnetz Züri-Oberland mit breiter Abstützung auf den Weg zu einer Vereinsgründung.
Die Form des Vereins ermöglicht es, dass nebst den tragenden politischen Gemeinden auch Vereine und andere juristische Personen, ordentliches Mitglied sein können. Auch in Nachbarschaft des RZO-Perimeters ansässige Organisationen können Mitglied werden – Sie alle gestalten fortan die Vereinsaktivitäten, indem sie Ihre Anliegen im Sinne des Naturnetzes einbringen.

Was kann das Naturnetz Züri-Oberland?

Das gegründete regionale Netzwerk setzt sich gemäss ihren Statuten für die Förderung von Natur- und Landschaftswerten sowie die Anpassung an den Klimawandel ein und insbesondere für die Vernetzung von Lebensräumen. Das NZO kann und soll mit Unterstützung ihrer Fachstelle Aufgaben übernehmen, bearbeiten, organisieren oder delegieren und damit die Standortgemeinden und Akteursgruppen entlasten. Es können sowohl gesetzlich den Gemeinden vorgeschriebene Aufgaben als auch weiterführende Aufgaben im Sinne der umfassenden Förderung der Biodiversität in der Region übernommen werden.  Dazu fördert das Naturnetz die Zusammenarbeit der Standortgemeinden und ihrer Akteursgruppen in den genannten Themenbereichen auf Basis der Freiwilligkeit und mit grossem Respekt vor Grundeigentum.

Ob die Priorität mehr auf den Wissensaustausch unter den Akteuren, konkrete Aufwertungen in der Landschaft, die Umsetzung von staatlichen Konzepten, die Sensibilisierung der Bevölkerung oder andere Handlungsfelder gelegt wird, ist nun Aufgabe des neu gewählten Vorstandes.

Jedenfalls ist es das Ziel, alle Ebenen mit positiven Projekten zu mobilisieren. So setzt sich denn auch der 9-köpfige Vorstand aus Entscheidungsträger aller relevanten Akteursgruppen zusammen: Forst & Wald, Jagd, Landwirtschaft, Naturschutz, Fischerei und die politischen Gemeinden. Gleich vier politische Gemeinden sind im Vorstand vertreten mit drei Fachpersonen Natur & Landschaft aus der Verwaltung und einem Gemeinderat, der das Präsidium übernehmen wird.

 

Spürbares Engagement an der Gründungsversammlung

Sowohl die Statuten & Reglemente wie auch die Wahl der Organe an der Gründungsversammlung erfolgten einstimmig. Wenig überraschend angesichts des beeindruckenden Erfahrungsschatzes jedes Kandidaten und der seriösen Arbeit in der breit abgestützten Gründungsphase. Damit war auch klar, dass die politischen Gemeinden die wesentlichen Geldgeber sind für die Sockelfinanzierung, welche die Führung der vereinseigenen Fachstelle ermöglicht. Mit dem momentan jährlich zur Verfügung stehenden Sockelbetrag von rund Fr. 38'000.- soll der Betrieb gewährleistet sein.  Für die künftigen Projekte soll ein Grossteil der finanziellen Mittel von Dritten bzw. von ausserhalb der Region kommt.

Die Überzeugung für die kommende Zusammenarbeit über institutionelle Grenzen hinweg kam dann im informellen Teil der Versammlung noch stärker zum Ausdruck. Christian Wiskemann, seit 1998 Fachberater des Naturnetz Pfannenstil, gab den frischgebackenen Vereinsmitgliedern freizügig seine Erfolgsrezepte preis. Woraufhin die Anwesenden in Kleingruppen bei einem Glas Waldner Rosé Ideen und Anregungen diskutierten und diese als ersten Vereinsakt dem Vorstand mit auf den Weg gaben.

 

Welches sind die ersten Mitgliedsorganisationen des gegründeten Vereins?

Am 11. Mai haben folgende Organisationen ein Zeichen gesetzt für eine verstärkte Zusammenarbeit im Bereich Natur & Landschaft - über institutionelle Grenzen hinweg:

Die politischen Gemeinden Bubikon, Fehraltorf, Fischenthal, Gossau, Hittnau, Pfäffikon, Rüti, Seegräben, Wald und Wetzikon haben ihren Beitritt vollzogen; Die Gemeinde Russikon wird ihren Beitritt voraussichtlich an der Gemeinderatssitzung im Juni beschliessen, für alle weiteren Gemeinden der Region stehen die Türen weit offen.

Weitere Kollektivmitglieder sind bisher der Fischerverein Pfäffikersee, der Landwirtschaftliche Bezirksverein Pfäffikon, der Natur- und Vogelschutzverein Pfäffikon, der Naturschutzverein Gossau, der Naturschutzverein Grüningen, der Naturschutzverein Wald, der Verein Förster Züri Oberland und der Verein Lebensraum Zürcher Oberland LEO.

Vereinsbeitritte können auch während einer Vierjahresperiode erfolgen. Der Vorstand freut sich über weitere Anfragen und ist aktuell erreichbar via die Website www.naturnetz-zo.ch, welche bald eine Aktualisierung erfahren dürfte.

Vorstand und Gründungsmitglieder

Der gewählte Vorstand, v.l.n.r: Reto Hufschmid, Präsident Verband JagdZürich; Manuel Restle, Fachperson Umwelt und Naturschutz der Stadt Wetzikon; Robin Gubler, Präsident Fischerverein Pfäffikersee; Albert Hess (Präsidium), Gemeinderat Ressort Infrastruktur Gemeinde Wald; Rafael Fuster, Vorstand Naturschutzverein Wald ZH; Pascal Sturm, Mitglied   Verein Förster Zürcher Oberland; Lorenz Hug, Naturschutzbeauftragter Gemeinde Pfäffikon; Ueli Kuhn, Präsident    Landwirtschaftlicher Bezirksverein Pfäffikon; Nicht im Bild: Basil Hertweck, Fachverantwortlicher Hochbau und Planung Gemeinde Bubikon. Kniend: Künftige Fachstellenführung: Dominik Scheibler, Stefan Keller und nicht im Bild: Thabea Frasch, crea Natura GmbH.

Foto von Personen in einem Saal mit Bühne und Projektion an der Leinwand